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May 2019

Von Ralf Kanstorf

Fliegen-Taktik bei Tageslicht

Für die Meerforellenfischerei in der Karup-Au haben sich einige Prinzipien herauskristallisiert. Wie sehen diese Prinzipien aus und wie stelle ich mich als Fliegenfischer darauf ein?

Für die Meerforellenfischerei in der Karup-Au haben sich einige Prinzipien herauskristallisiert. Wie sehen diese Prinzipien aus und wie stelle ich mich als Fliegenfischer darauf ein?

1.)   Der Unterlauf des Flusses ist gekennzeichnet durch ruhiges Wasser und breite Struktur. Im Unterlauf reichen den Meerforellen oft nur kleine Strukturveränderungen, um kurz oder länger stehenzubleiben. Ein kleiner Stein oder eine einzelne Krautfahne reicht oft aus. Hier nehmen die Meerforellen die Fliege oft aggressiver, als weiter stromauf. Der Fluss füllt sich immer von unten mit Fischen. Im Unterlauf kommen logischerweise die ersten Fische an. Die Meerforellen sind hier noch unbedarft. Ganz tiefes Fischen ist meist nicht nötig. Die Fliege im Mittelwasser wird gut genommen. Je tiefer man fischt, umso zaghafter sind oft die Bisse. Die etwas höher laufende Fliege spricht dann vor allem richtig beisswillige Fische an.

1.)   Der Unterlauf des Flusses ist gekennzeichnet durch ruhiges Wasser und breite Struktur. Im Unterlauf reichen den Meerforellen oft nur kleine Strukturveränderungen, um kurz oder länger stehenzubleiben. Ein kleiner Stein oder eine einzelne Krautfahne reicht oft aus. Hier nehmen die Meerforellen die Fliege oft aggressiver, als weiter stromauf. Der Fluss füllt sich immer von unten mit Fischen. Im Unterlauf kommen logischerweise die ersten Fische an. Die Meerforellen sind hier noch unbedarft. Ganz tiefes Fischen ist meist nicht nötig. Die Fliege im Mittelwasser wird gut genommen. Je tiefer man fischt, umso zaghafter sind oft die Bisse. Die etwas höher laufende Fliege spricht dann vor allem richtig beisswillige Fische an.

2.)Die Meerforelle ist ein extrem scheuer Fisch, empfindlich für Störungen, Bewegungen, lautes oder hartes Auftreten und Klatschen auf dem Wasser. Je weiter stromauf die Fische ziehen, umso vorsichtiger werden sie. Im Mittellauf ist der Fluss schmaler, kurven- und strukturreicher. Am Tage nehmen die Meerforellen Standplätze an den tiefsten Stellen, unter Büschen oder Krautfahnen ein.

2.)Die Meerforelle ist ein extrem scheuer Fisch, empfindlich für Störungen, Bewegungen, lautes oder hartes Auftreten und Klatschen auf dem Wasser. Je weiter stromauf die Fische ziehen, umso vorsichtiger werden sie. Im Mittellauf ist der Fluss schmaler, kurven- und strukturreicher. Am Tage nehmen die Meerforellen Standplätze an den tiefsten Stellen, unter Büschen oder Krautfahnen ein.

Im Oberlauf ist der Fluss sehr schmal und flach. Je weiter stromauf man den Fischen nachstellt, umso einfallsreicher muss man vorgehen, um sie zum Anbiss zu locken. Vor allem muss, je weiter stromauf man fischt, die Fliege dichter zum Fisch – also häufig tief genug, um wahrgenommen zu werden.

Im Oberlauf ist der Fluss sehr schmal und flach. Je weiter stromauf man den Fischen nachstellt, umso einfallsreicher muss man vorgehen, um sie zum Anbiss zu locken. Vor allem muss, je weiter stromauf man fischt, die Fliege dichter zum Fisch – also häufig tief genug, um wahrgenommen zu werden.

3.)   Im Sommer und Herbst ist die Meerforelle dämmerungs- und nachtaktiv. In der Abenddämmerung verlassen die Fische ihre Tag-Standplätze und ziehen weiter stromauf. Sie bleiben auf ihrem Weg an Krautfahnen stehen und zeigen sich gerne. Hier sind sie gut anzufischen. Später in der Nacht nehmen sie Standplätze für die Nacht ein, bevor sie gegen Morgen wiederum neue Standplätze für den Tag suchen.

4.)   Hat ein bestimmter Flussabschnitt 40 Standplätze, aber es sind nur 38 Fische in diesem Bereich, so gibt es kaum Aggressivität. Obwohl sich viele Fische zeigen können, ist die Bissausbeute oft sehr gering, was natürlich frusstriert. Dieses kommt vor allem am Anfang der Saison vor oder in einer Saison mit schwachem Aufstieg. Hat der Abschnitt 40 Standplätze und 42 Fische sind da, so steigert sich die Aggressivität schnell und extrem.

Wie stelle ich mich auf diese Prinzipien ein ? Über die Dämmerungs- und Nachtfischerei steht etwas in einem früheren Blogeintrag.

Am Tage muss die Fliege so tief gefischt werden, dass sie von den Meerforellen auch wahrgenommen wird. Sehen die Fische im Dunkeln die Schatten der Fliege nach oben gegen den Himmel, so nehmen sie die Fliege am Tage eher von der Seite oder von hinten wahr. Ganze Sinkschnüre haben sich nicht bewährt. Sie sind zu träge im Wasser und die Fliege spielt nicht optimal. Ausserdem kommt die Fliege am anderen Ufer nicht schnell genug auf Tiefe und im eigenen Ufer hängt sie dann im Grund. An der Karup-Au fische ich eine Trockenschnur bei flachem oder normalem Wasserstand oder eine Intermediateschnur bei Hochwasser. Vor die Schnur wird ein Polyleader mit der jeweilig auf den Flussabschnitt und Strömungsdruck abgestimmten Länge und Gewicht eingeschlauft.

Im Handel gibt es Polyleader in allen Längen und Gewichten. Meist sind diese aber unter ihrem Mantel nur mit monofiler Leine ausgestattet.

Im Handel gibt es Polyleader in allen Längen und Gewichten. Meist sind diese aber unter ihrem Mantel nur mit monofiler Leine ausgestattet.

Das setzt die Haltbarkeit bei viel Belastung herab. Besonders die Enden leiden bei häufigem Wechsel. Hier hat sich ein befestigter Pitzenbauerring als Verbindung zum Vorfach bewährt. Das Ende des Polyleaders wird durch den Ring gezogen. 1-2 cm werden hinter dem Ring mit 2 Wicklungen dünnen Bindegarns in kurzem Abstand abgewickelt. Beide Wicklungen werden mit einem kleinen Tropfen Lack gesichert. Danach wird der Bereich hinter dem Ring mit etwas dickerem Garn komplett abgewickelt und dann mit UV-Kleber überzogen.

Das setzt die Haltbarkeit bei viel Belastung herab. Besonders die Enden leiden bei häufigem Wechsel. Hier hat sich ein befestigter Pitzenbauerring als Verbindung zum Vorfach bewährt. Das Ende des Polyleaders wird durch den Ring gezogen. 1-2 cm werden hinter dem Ring mit 2 Wicklungen dünnen Bindegarns in kurzem Abstand abgewickelt. Beide Wicklungen werden mit einem kleinen Tropfen Lack gesichert. Danach wird der Bereich hinter dem Ring mit etwas dickerem Garn komplett abgewickelt und dann mit UV-Kleber überzogen.

Besser sind meiner Meinung nach aber selbst gebastelte Polyleader aus ganzen Sinkschnüren. Nur dünne Sinkschnüre mit hohen Sinkklassen eignen sich hierfür. Entweder werden Schlaufen an beiden Enden angelegt, nur ohne Pitzenbauerring, aber mit dem selben Prinzip des Schlaufens wie oben beschrieben.

Besser sind meiner Meinung nach aber selbst gebastelte Polyleader aus ganzen Sinkschnüren. Nur dünne Sinkschnüre mit hohen Sinkklassen eignen sich hierfür. Entweder werden Schlaufen an beiden Enden angelegt, nur ohne Pitzenbauerring, aber mit dem selben Prinzip des Schlaufens wie oben beschrieben.

Oder die Seele der Schnur wird mit Aceton freigelegt und das kurze Stück Seele wird mit der Sinkschnur verschlauft. Dabei lege ich die Seele neben die Fliegenschnur, wickle eine Schlaufe, lasse am Ende der Schlaufe ein kurzes Stück stehen. Dieses kurze Stück wird in die andere Richtung zurückgelegt und noch einmal fest abgewickelt. Zum Schluss wird das Ganze wieder mit UV-Kleber versiegelt.

Oder die Seele der Schnur wird mit Aceton freigelegt und das kurze Stück Seele wird mit der Sinkschnur verschlauft. Dabei lege ich die Seele neben die Fliegenschnur, wickle eine Schlaufe, lasse am Ende der Schlaufe ein kurzes Stück stehen. Dieses kurze Stück wird in die andere Richtung zurückgelegt und noch einmal fest abgewickelt. Zum Schluss wird das Ganze wieder mit UV-Kleber versiegelt.

Eine Tasche mit vielen verschiedenen Längen und Gewichten der Poly-Leader und vor allem mit der jeweiligen Bezeichnung ist nötig, um sich auf die vielen verschiedenen Gegebenheiten und Flussabschnitte einzustellen. Häufiges Wechseln der Poly-Leader mag umständlich erscheinen, erhöht aber die Bissausbeute deutlich.

Eine Tasche mit vielen verschiedenen Längen und Gewichten der Poly-Leader und vor allem mit der jeweiligen Bezeichnung ist nötig, um sich auf die vielen verschiedenen Gegebenheiten und Flussabschnitte einzustellen. Häufiges Wechseln der Poly-Leader mag umständlich erscheinen, erhöht aber die Bissausbeute deutlich.

Um auch die Fliege schnell in die richtige Tiefe zu bringen, habe ich mir eine Dose mit vielen verschiedenen Perlen und Cone-Heads zugelegt. Diese werden mit dünnen Plastikschläuchen im Inneren ausgestattet, um das Vorfach zu schonen. Alle meine Fliegen sind unbeschwert und ohne Cone-Heads. Die Perlen werden lose vor der Fliege auf dem Vorfach montiert. Zum Einen erhöht dieses das Spiel der Fliege im Wasser, zum Anderen bin ich mit den verschiedenen Grössen und Gewichten noch variabler. 'Viel Spaß beim Ausprobieren und vor allem „Tight Lines“ !

Um auch die Fliege schnell in die richtige Tiefe zu bringen, habe ich mir eine Dose mit vielen verschiedenen Perlen und Cone-Heads zugelegt. Diese werden mit dünnen Plastikschläuchen im Inneren ausgestattet, um das Vorfach zu schonen. Alle meine Fliegen sind unbeschwert und ohne Cone-Heads. Die Perlen werden lose vor der Fliege auf dem Vorfach montiert. Zum Einen erhöht dieses das Spiel der Fliege im Wasser, zum Anderen bin ich mit den verschiedenen Grössen und Gewichten noch variabler. 'Viel Spaß beim Ausprobieren und vor allem „Tight Lines“ !

Hallo, ich heisse Ralf Kanstorf, komme aus Hamburg und bin selbständig in meiner Physiotherapiepraxis tätig. In meiner Freizeit schreibe ich für die Zeitschriften "Fliegenfischen" und "Fisch & Fliege". Ausserdem bin ich Autor des Buches "Meerforellen und Lachse in Deutschlands und Dänemarks Auen", Salmoverlag. Seit vielen Jahren komme ich zum Fischen an die Karup-Au mit meinen Freunden und meinen beiden Söhnen. Hier werde ich auf deutsch für deutsche Sportangler schreiben.


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